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16
Okt
2005

gartenarbeit macht spass

Wenn ich einmal groß bin, werde ich - nein, nicht Feuerwehrmann, auch nicht Lokomotivführer, sondern - Gärtner. Denn Gartenarbeit ist echt das Größte.

Schon vorgestern hatte ich dabei viel Spass. Da stand nach dem Einkauf so ein weißer Plastiksack am Gartentürchen. Als die Lange wieder drinnen am Computer saß, habe ich den in Augenschein genommen. Wenn man daran zupfte, kam leckere Blumentopferde raus. Die habe ich erst fein säuberlich über die Gehwege verteilt, damit auf den Platten endlich auch mal was wächst und dann habe ich die restliche Folie zum Entsorgen reingebracht. Damit die Lange auch merkt, dass ich ihr zur Hand gegangen bin, habe ich mich vor den Schreibtisch gestellt und den fast leeren Plastiksack nochmal kräftig überm Teppichboden ausgeschüttelt. Soll ja schließlich in den Plastikmüll und nicht in den Restmüll. Da hat die Lange vielleicht über mich gestaunt - das Gesicht hättet Ihr sehen sollen!

Heute war dann wieder Gartentag. Weil die Sonne so schön scheint. Und ich habe selbstverständlich gerne wieder mitgeholfen. Dieser Tage hatten wir in der Staudengärtnerei zwei Herbstmargeriten gekauft und die sollten noch in den Boden. Also haben wir erstmal eine Stelle gesucht, wo sie hinpassen. Dazu mussten ein paar Zweige von einem Busch weg, der im Sommer arg gewuchert war. Ich habe versucht und versucht und versucht, an die Gartenschere zu kommen und bin hochgesprungen und hochgesprungen und hochgesprungen, aber sie wollte sie mir partout nicht geben. Und auch die abgeschnittenen Zweige durfte ich nicht zum Kompost tragen - sie wollte mal wieder alles selbst machen. So ist sie halt, meine Lange.

Dann hat sie aus dem Gartenhaus (da stehen übrigens noch mehr so weiße Säcke mit Erde drin, sie weiß aber nicht, dass ich das weiß und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie die Tür mal offenstehen lässt ...) den Spaten geholt. Dann haben wir miteinander gespielt. Sie hat gegraben, ich wieder zugebuddelt, sie hat gegraben, ich wieder zugebuddelt ... tolles Spiel! Sie hat gegraben wie ein Weltmeister und nach 'ner Weile war das Loch größer als ich wieder zubuddeln konnte. Da hat sie die Margeriten geholt, aus den Plastiktöpfen genommen und in die Erde gepackt. Und ich hab' mir den einen Topf geschnappt und den Plastikmülleimer gesucht. Aber komisch, der war weder unterm Buchs noch unter irgendeinem der anderen Büsche, unter denen ich gesucht habe, während die Lange (warum eigentlich?) dauernd hinter mir hergerannt kam. Na gut, irgendwann hatte sie den Topf wieder und hat ihn ins Gartenhäusel gesperrt. Hm. Ich krieg' ihn sowieso wieder. Und ein tolles Spiel war's trotzdem :o)

Dann meinte die Lange, sie müsse die Margeriten angießen. Währenddessen meinte ich, da könnte ruhig noch eine dritte dazu und habe vorsorglich schon mal um die zwei herumgebuddelt. In der nassen Erde ging das nochmal so gut. Um zu helfen, macht man sich ja gerne die Pfoten schmutzig. Wenn's sein muss, bis zum Bauch. Und es musste sein.

Auf einmal drang von drinnen ein seltsamer Geruch zu uns in den Garten. Ich flugs hinein, über den hellgrauen, frisch gesaugten Teppichboden in die Küche mit den frisch gewischten hellgrauen Fliesen. Und da hab' ich gesehen, woher der Geruch kam: Auf dem Herd war die Milch übergekocht. Mann-o-Mann! Was muss die Lange auch so lange im Garten rummachen? Hat sie ihren Kopf nicht mehr ganz beieinander? Wie dem auch sei, jetzt sieht unser Boden - sowohl der textile als auch der geflieste - viel lustiger aus als vorher. Lauter kleine schwarze Pfoten drauf. Äußerst dekorativ. Eben hundefreundlich. Und ausdrucksstark. "Einstein was here", steht jetzt drauf.

Dadurch, dass wir die Verandatür offengelassen hatten, während wir im Garten waren, und vermutlich angelockt durch den Verbranntemilchgeruch waren zwischenzeitlich drei dicke Bienen hereingeflogen. Und weil ich ja immer gerne mithelfe und alles andere als ein fauler Hund bin, bin ich an den Verandatüren hochgesprungen, um sie zu fangen. Wurde eh Zeit, dass die mal wieder ein bisschen ein Muster bekommen. Diese Woche sind sie gerade so langweilig sauber gemacht worden. So sauber, dass man schon durchgucken konnte. Die Bienen habe ich zwar nicht erwischt, aber immerhin dafür gesorgt, dass die Scheiben rundum wieder ein lebendiges Muster bekamen, das allen potentiellen Eindringlingen von außen signalisiert "Hier wache ich!". Sozusagen ein visuelles Markieren. Denn markieren kann ich gut. So oder so. Und Spass macht's obendrein.

Einen kleinen Augenblick aber habe ich nicht aufgepasst. Da kam die Lange, hat mich untern Arm genommen und unter die Dusche verschleppt. Ich habe protestiert, aber es hat nichts genutzt. Sie hat gnadenlos die Brause angestellt und angefangen, mir die Beine und den Bauch abzuwaschen. Das war mir für einen kühlen Herbsttag viel zu viel Wasser. Als sie sich mit der Wassertemperatur beschäftigte, wollte ich durch den Duschvorhang wieder zurück in die Toilette. Die Lange wollte mich noch zurückhalten, aber ich war schneller. Leider war dort die Tür zurück in die Wohnung geschlossen und die einzige Möglichkeit, mich zu wehren, bestand darin, dass ich mich kräftig, kräftig geschüttelt habe. Und damit war auch die Toilette Einstein-markiert. Lauter schicke schwarze Spritzer auf den weißen Fliesen rundum, bis hoch zum Spiegel. Und auf der Tür auch. Das sah vielleicht lustig aus!

Zugegeben, die neue Toilettengestaltung hat die Lange nicht davon abgehalten, mich wieder zurück unter die Dusche zu holen und endgültig von der leckeren Blumenerde zu säubern. Die Bienen hat sie auch rausbugsiert und nachdem der Herd wieder sauber war, hat sie neue Milch warm gemacht und mit viel Honig getrunken. Soll ja beruhigen, sagt man. Ich gönn's ihr. Sie soll ja auch ihren Spaß haben, oder?

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