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5
Feb
2007

leckerli-verdiener.

Wenn Ihr meint, mir fällt jedes Leckerli nur so ins Mäulchen, habt Ihr Euch aber geschnitten. Nein, ich verdiene mit! Heute gerade wieder einen Dollar. Als Model. Wie zum Beispiel bei Bigstock.

Die Lange meint, das täte auch Not, weil ich so elend viel Kram zersäble, dass sie alleine mit dem Geldverdienen überhaupt nicht mehr nachkommt. Also pack' ich halt mit an. Und nachdem es momentan mit dem Grundgehorsam immer besser klappt und ich nicht mehr nur wie ein Flummie rumwusele, bin ich sicher, dass in Kürze viele, viele Starfotos entstehen.

Wau, ich habe gesprochen!

PS: Das mit dem guten Vorsatz für 2007 klappt noch nicht ganz so. Noch nicht.

1
Jan
2007

ich-ja-ge-nie-wie-der-vö-gel.

Prost Neujahr, liebe Einstein-Freunde! Alles, alles Gute für 2007. Hab' auch einen guten Vorsatz: Ich-ja-ge-nie-wie-der-Vö-gel! Mit dieser Formel geht's nun täglich an die Frischluft. Die Lange hat auch heute gerade einen Schrittzähler bestellt. Wenn der mal unter 5000 bleibt, zwick' ich sie ins Bein. Gute Vorsätze, gell?

Heute Nacht konnte ich übrigens mal wieder unter Beweis stellen, was für ein unerschrockener, hartgesottener Knaller ich bin. Als es zu böllern anfing, hab' ich die Lange an die Leine genommen und bin mit ihr raus. Gegenüber haben die nämlich so allerhand in die Luft gejagt. Und ich: Mittendrin. Das hat gezischt und gefaucht und gerumst- vieeel besser als Staubsaugern! Also meinetwegen könnte gerne öfter Silvester sein.

Viele, viele Quantensprünge im neuen Jahr wünscht
Euer Steinchen.

Prost Neujahr allerseits!

23
Dez
2006

oh du fröhliche!

Schon ein ganzes Weilchen her, dass ich was in mein Tagebuch diktiert habe - war damit beschäftigt, meiner Langen viel, viel anderes diktieren. Aber jetzt mal wieder. Weil Weihnachten naht.

Langweilig war's nicht in diesem Jahr. Die Schafskötel-Hundeschule hatte ich schnell verschlissen. Das war ja wohl nix. Da hat nur die Lange gelernt, mich auf den Rücken zu schmeißen - das war Stress. Ich weiß nicht, für wen mehr: Für sie oder für mich. Und ich hab' dort gelernt, alles und jeden zu bespringen. Das war ein Spaß! Für mich jedenfalls. Ansonsten ist da nicht sonderlich viel passiert. Der Langen wurde halt erzählt, ab in einer Woche müsse ich bei Fuß laufen, aber das mache ich bis heute nur, wenn's mir passt. Obwohl wir das seit einem dreiviertel Jahr richtig kontinuierlich üben.

Denn seit dem Frühjahr sind wir bei Heidi in der Hundeschule. Da treffen wir immer zwischen 3 und 5 Doggies und es wird richtig gearbeitet. Zuerst einmal haben die mich ein bissel runtergeholt, vor allem von den Damen. Dann bin ich halt dazu übergegangen, mich mit den Kerls zu kloppen (von daher stammt mein Loch auf der Nase!). Man soll ja nix auslassen. Die Lange und die Heidi sind mit Sprayflaschen und Spritzpistolen hinter mir her. Das war nass! Gut. Dann habe ich die Klopperei halt bleiben lassen. Allmählich jedenfalls.

Heute sind wir noch immer bei Heidi in der Hundeschule. Das Gelände ist riesengroß, mittlerweile habe ich nicht nur mit den Damen Freundschaft geschlossen und freue mich jedesmal einen Bär darauf, dort meine Freunde zu treffen. Wenn's samstags losgeht, bin ich nicht mehr zu bremsen. Auf sehr lustige und spaßige Weise habe ich dort "sitz!" und "bleib!" und sogar "hier!" gelernt und heute kann meine Lange durchaus auch mal zum Mülleimer, ohne sich flugs durch den Türspalt durchquetschen zu müssen. Und wenn sie ruft, komme ich gerne. Nicht immer, aber immer öfter.

Vergangenen Montag hatten wir Hundeschule-Weihnachten. Wir Vierbeiner durften toben und die Langen haben Punsch getrunken. Dann sind wir rüber zu den seltsamen Geräten auf dem Hundespielplatz und haben Agility getestet. Klasse! Ich bin beim zweitenmal glatt ohne Leine über die Mauer geklettert. Das war lustig. Mehr, mehr!

Auf unseren Spaziergängen bin ich bei weitem nicht so frei wie bei Heidi. Da muss ich an der 10-Meter-Leine laufen. Weil ich immer den Vögeln hinterherrenne. Die sind aber auch spannend! Ich wünschte, ich könnte mit ihnen fliegen. So aber renne ich bloß hinter ihnen her. Bisher hab' ich noch keinen gekriegt. Aber man weiß ja nie, vielleicht klappt's doch noch mal. Irgendwann. Momentan versucht die Lange immer, mich abzulenken, wenn ich in Vogelstarre gerate. Da gerate ich dann immer in Konflikt. Die Amsel auf dem Zweig oder das Leckerli in der Hand ... da fällt die Entscheidung jedesmal so schwer!

Meine Freundin Bommel ist meine große Liebe geblieben. Wir balgen nach wie vor gerne miteinander, obwohl ich mir in letzter Zeit immer mehr einfallen lassen muss, um sie aus ihrer Bequemlichkeit loszureißen. Zwischen uns ist es wie in einer alten Ehe: Sie küssten und sie schlugen sich. Jo, wir werden auch mal grantig miteinander, aber sobald ich mein Pfötchen auf ihres lege und tief in ihre braunen Augen blicke, sind wir wieder gut. Vielleicht bekommen wir ja mal kleine Bomsteins miteinander - meine Intelligenz und ihre Lernfähigkeit - das wäre schön!

Als meine Lange neulich mal eine Woche weg war, da kam ich in den Hundegarten zu Steffi und Nadja. Das ist sowas ähnliches wie ein Kindergarten, nur eben für Hunde. Dort waren wir rund um die Uhr 5 Pflegehunde plus die beiden Haushunde, 3mal am Tag ging's in den Wald und ansonsten viel auf's 2000 qm große Gelände. Das war vielleicht alles aufregend! Ich habe kaum geschlafen. Am Ende fielen mlr im Auto immer die Augen zu, aber nur so lange, bis wieder irgendwas meine Aufmerksamkeit erhaschen wollte. Steffi meinte am Schluss zur Langen: "Dem darf ja wohl überhaupt nix entgehen!". Stimmt. Im Hundegarten bin ich jetzt öfter. Manchmal auch nur für einen Tag. Ist immer wieder schön dort.

Na ja, und dann - last not least - das Dauerthema "die Lange". Wir haben uns irgendwie zusammengerauft. Ganz einfach war das nicht, aber es bringt uns beiden Spaß. Jeder von uns gibt ab und zu. Ich knabbere auch nicht mehr so viel an wie zu Beginn, eigentlich kaum noch was. Nach wie vor klaue ich die Schuhe, die Gäste ausziehen, aber wenn ich was adäquates zum Tausch angeboten bekomme, rücke ich sie auch gerne wieder raus. Von meinem Verschleiß an Spielzeug lässt sich im ländlichen Bereich ein Lädchen nähren und im Futterhaus wird die Lange immer seeehr freundlich begrüßt. Die Halbwertszeit der Spielzeuge ist halt sehr kurz. Manchmal nur eine Minute. Der quietschige Weihnachtsmann von heute hat auch nicht lange gelebt. Nag-nag-nag! Einzig in Ehren halte ich das Babyquietschie aus Dessau, das ich mitgebracht habe. Das lebt noch!

Ansonsten haben wir uns einfach bloß lieb. Es ist jeden Tag schön, morgens aufzustehen. Denn da wird erst einmal ausführlich in alle tierischen Himmelsrichtungen geknuddelt. Dann, und erst dann kann der Tag beginnen. Und so beginnt er jedesmal fröhlich.

Frohes Fest!

Einstein's Formel

27
Nov
2005

kommt die berliner mauer?

Heute wollte ich den Tag mal ganz anders beginnen. Also raus in den Garten und raus aus dem Garten.

Die Lange in ihren Nachtklamotten hat das erstmal garnicht mitbekommen. Wie ich rausgekommen und wo ich rumgestriezelt bin, verrate ich nicht. Noch nicht mal meinem Tagebuch. Das müssen die Lange und der Sönke selber rausfinden. Der Sönke hat mir ja seinerzeit, als er die Zäune dicht gemacht hat, schon gedroht, wenn ich da noch rauskomme, baut er mir die Berliner Mauer. Jetzt bin ich mal gespannt, wie die in Husby aussehen soll. Als renitenter geborener Ossi werde ich mich natürlich gleich dranmachen, sie zu Fall zu bringen. Sönke sollte schon mal drüber nachdenken, wie man eine chinesische Mauer baut. Die ist stabil, wenn auch zugegebenermaßen ein bisschen overdone, so mitten in Husby. Aber egal. Wir werden sehen.

Apropos Husby. Bissel ländlich ist es ja schon hier. Unsere Hundeschule findet auf einer Schafsweide statt. Das Gitter rundum ist so großmaschig, dass ich durchkomme, selbst wenn ich mich ganz dick mache. Auf dieser Schafshundwiese gibt es viel Gestrüpp mit Disteln. Die sammle ich in meinem Fell. Das piekt und die Lange ist davon immer vollkommen begeistert. Außerdem ist die Schafsweide voll mit Schafsköteln. Die schmecken vielleicht gut! Auch das begeistert die Lange sehr. Vor allem, weil ich im Anschluss den flotten Otto bekomme. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bevor wir mit der Hundeschule anfangen können, muss der Husbyer Hundeflüsterer den Bock und seine Lady erstmal auf eine andere Koppel verfrachten. Die vergangenen Wochen habe ich festgestellt, dass ihm das garnicht so leicht fällt. Er geht da jedesmal mit so einem Stock los, den er den Schafen auf die Beine schlägt. Das muss denen doch weh tun, den armen Schafen! Die haben sich bei der Aktion folgerichtig ziemlich bockig gestellt und der Herr Schaf war dann auch schon mal hinter dem Hundeflüsterer her. Dadurch hat's immer ziemlich lange gedauert, bis wir, die zahlenden Gäste, auf die Koppel konnten.

Also habe ich dem Frank heute geholfen. Als er mit seinem Stock losging, bin ich durchs Gatter durch, habe ein paar Runden um die Schafe gedreht, sie angebellt und so in die richtige Richtung bugsiert. So schnell wie heute hatte der Frank die Schafe noch nie auf der anderen Koppel! Dank meiner Hilfe. Er meinte denn auch zur Langen, mit mir könne man Geld verdienen. Vielleicht sucht sie uns jetzt mal einen Schäfer. Dann hätte ich endlich einen vernünftigen Job.

Dann würde ich es mir überlegen, ob ich noch ausbüxen muss.

Übrigens: Bei meinem morgendlichen Ausflug kam ich irgendwann auch an der Straße an. Da seh' ich doch plötzlich 50 Meter weiter die Lange in Tagklamotten rumstehen und mich rufen. Was bin ich zu ihr geflitzt! Welche Freude, sie endlich hellwach da zu treffen, wo das Leben stattfindet! War echt schön :o)

15
Nov
2005

leinen los!

Meilenstein. Keine Ahnung, wer von uns beiden stolzer ist, die Lange oder ich. Auf alle Fälle hat sich heute unser beider Leben verändert. Ich bin zum erstenmal außerhalb von Haus und Garten ohne Leine gelaufen. Und die Lange auch.

Das Ereignis kam eigentlich recht unvorhergesehen. Gestern noch habe ich mitbekommen, wie sie jemandem am Telefon sagte, in 3 Monaten könne sie mich vielleicht frei laufen lassen. Und dann die Wende. Heute hat sie heute unser Auto in die Inspektion gebracht und die Schleppleine drin vergessen. Da war unsere Stunde gekommen.

Bevor es losging, bekam ich erst einen provisorischen Notfall-Anhänger ans Halsband angebracht (Jan's schickes Teil hatte ich neulich beim hinter-Jenny-herhecheln leider verloren - wir bekommen es aber bald neu). Dann packte sie meine Super-Leckerli ein, wir fuhren los und beim Aussteigen rieb sie mir nochmal unter die Nase. Das habe ich nicht vergessen!

Was war das für ein schönes Gefühl, draußen in freier Wildbahn mal ganz ohne physische Leine rumzulaufen! Die psychische reicht voll und ganz. Ich hab' mich pausenlos rumgedreht, um zu schauen, ob die Lange noch da ist. Und sie war. Wenn sie mich gerufen hat - auch weg von der leckeren Schlabber-Pfütze - bin ich mit Wonne hingewetzt und jedesmal gab's ein Super-Leckerli. Was will man mehr?

Unterwegs sind uns auch andere Zweibeiner begegnet. Das war cool. Ich bin hin und habe an denen rumgeschnuppelt. Auch an dem alten Herrn im Rollstuhl. Endlich frei habe ich mir die Freiheit gegönnt, ganz anständiger Hund zu sein und nirgends hochzuspringen. Hundnochmal, was waren die Menschen freundlich zu mir!

Freiheit ist was Feines. Wow!

16
Okt
2005

gartenarbeit macht spass

Wenn ich einmal groß bin, werde ich - nein, nicht Feuerwehrmann, auch nicht Lokomotivführer, sondern - Gärtner. Denn Gartenarbeit ist echt das Größte.

Schon vorgestern hatte ich dabei viel Spass. Da stand nach dem Einkauf so ein weißer Plastiksack am Gartentürchen. Als die Lange wieder drinnen am Computer saß, habe ich den in Augenschein genommen. Wenn man daran zupfte, kam leckere Blumentopferde raus. Die habe ich erst fein säuberlich über die Gehwege verteilt, damit auf den Platten endlich auch mal was wächst und dann habe ich die restliche Folie zum Entsorgen reingebracht. Damit die Lange auch merkt, dass ich ihr zur Hand gegangen bin, habe ich mich vor den Schreibtisch gestellt und den fast leeren Plastiksack nochmal kräftig überm Teppichboden ausgeschüttelt. Soll ja schließlich in den Plastikmüll und nicht in den Restmüll. Da hat die Lange vielleicht über mich gestaunt - das Gesicht hättet Ihr sehen sollen!

Heute war dann wieder Gartentag. Weil die Sonne so schön scheint. Und ich habe selbstverständlich gerne wieder mitgeholfen. Dieser Tage hatten wir in der Staudengärtnerei zwei Herbstmargeriten gekauft und die sollten noch in den Boden. Also haben wir erstmal eine Stelle gesucht, wo sie hinpassen. Dazu mussten ein paar Zweige von einem Busch weg, der im Sommer arg gewuchert war. Ich habe versucht und versucht und versucht, an die Gartenschere zu kommen und bin hochgesprungen und hochgesprungen und hochgesprungen, aber sie wollte sie mir partout nicht geben. Und auch die abgeschnittenen Zweige durfte ich nicht zum Kompost tragen - sie wollte mal wieder alles selbst machen. So ist sie halt, meine Lange.

Dann hat sie aus dem Gartenhaus (da stehen übrigens noch mehr so weiße Säcke mit Erde drin, sie weiß aber nicht, dass ich das weiß und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie die Tür mal offenstehen lässt ...) den Spaten geholt. Dann haben wir miteinander gespielt. Sie hat gegraben, ich wieder zugebuddelt, sie hat gegraben, ich wieder zugebuddelt ... tolles Spiel! Sie hat gegraben wie ein Weltmeister und nach 'ner Weile war das Loch größer als ich wieder zubuddeln konnte. Da hat sie die Margeriten geholt, aus den Plastiktöpfen genommen und in die Erde gepackt. Und ich hab' mir den einen Topf geschnappt und den Plastikmülleimer gesucht. Aber komisch, der war weder unterm Buchs noch unter irgendeinem der anderen Büsche, unter denen ich gesucht habe, während die Lange (warum eigentlich?) dauernd hinter mir hergerannt kam. Na gut, irgendwann hatte sie den Topf wieder und hat ihn ins Gartenhäusel gesperrt. Hm. Ich krieg' ihn sowieso wieder. Und ein tolles Spiel war's trotzdem :o)

Dann meinte die Lange, sie müsse die Margeriten angießen. Währenddessen meinte ich, da könnte ruhig noch eine dritte dazu und habe vorsorglich schon mal um die zwei herumgebuddelt. In der nassen Erde ging das nochmal so gut. Um zu helfen, macht man sich ja gerne die Pfoten schmutzig. Wenn's sein muss, bis zum Bauch. Und es musste sein.

Auf einmal drang von drinnen ein seltsamer Geruch zu uns in den Garten. Ich flugs hinein, über den hellgrauen, frisch gesaugten Teppichboden in die Küche mit den frisch gewischten hellgrauen Fliesen. Und da hab' ich gesehen, woher der Geruch kam: Auf dem Herd war die Milch übergekocht. Mann-o-Mann! Was muss die Lange auch so lange im Garten rummachen? Hat sie ihren Kopf nicht mehr ganz beieinander? Wie dem auch sei, jetzt sieht unser Boden - sowohl der textile als auch der geflieste - viel lustiger aus als vorher. Lauter kleine schwarze Pfoten drauf. Äußerst dekorativ. Eben hundefreundlich. Und ausdrucksstark. "Einstein was here", steht jetzt drauf.

Dadurch, dass wir die Verandatür offengelassen hatten, während wir im Garten waren, und vermutlich angelockt durch den Verbranntemilchgeruch waren zwischenzeitlich drei dicke Bienen hereingeflogen. Und weil ich ja immer gerne mithelfe und alles andere als ein fauler Hund bin, bin ich an den Verandatüren hochgesprungen, um sie zu fangen. Wurde eh Zeit, dass die mal wieder ein bisschen ein Muster bekommen. Diese Woche sind sie gerade so langweilig sauber gemacht worden. So sauber, dass man schon durchgucken konnte. Die Bienen habe ich zwar nicht erwischt, aber immerhin dafür gesorgt, dass die Scheiben rundum wieder ein lebendiges Muster bekamen, das allen potentiellen Eindringlingen von außen signalisiert "Hier wache ich!". Sozusagen ein visuelles Markieren. Denn markieren kann ich gut. So oder so. Und Spass macht's obendrein.

Einen kleinen Augenblick aber habe ich nicht aufgepasst. Da kam die Lange, hat mich untern Arm genommen und unter die Dusche verschleppt. Ich habe protestiert, aber es hat nichts genutzt. Sie hat gnadenlos die Brause angestellt und angefangen, mir die Beine und den Bauch abzuwaschen. Das war mir für einen kühlen Herbsttag viel zu viel Wasser. Als sie sich mit der Wassertemperatur beschäftigte, wollte ich durch den Duschvorhang wieder zurück in die Toilette. Die Lange wollte mich noch zurückhalten, aber ich war schneller. Leider war dort die Tür zurück in die Wohnung geschlossen und die einzige Möglichkeit, mich zu wehren, bestand darin, dass ich mich kräftig, kräftig geschüttelt habe. Und damit war auch die Toilette Einstein-markiert. Lauter schicke schwarze Spritzer auf den weißen Fliesen rundum, bis hoch zum Spiegel. Und auf der Tür auch. Das sah vielleicht lustig aus!

Zugegeben, die neue Toilettengestaltung hat die Lange nicht davon abgehalten, mich wieder zurück unter die Dusche zu holen und endgültig von der leckeren Blumenerde zu säubern. Die Bienen hat sie auch rausbugsiert und nachdem der Herd wieder sauber war, hat sie neue Milch warm gemacht und mit viel Honig getrunken. Soll ja beruhigen, sagt man. Ich gönn's ihr. Sie soll ja auch ihren Spaß haben, oder?

18
Sep
2005

hilfe!

Hausarbeit finde ich echt schick. Und wenn sich die Lange endlich mal dran macht, helfe ich ihr gerne dabei.

Heute war's mal wieder soweit. Sie hat als erstes ihren Schreibtisch aufgeräumt. Wurde auch Zeit. Was sich da alles so getürmt hatte in den vergangenen Wochen! Der Turmbau zu Babel hatte angefangen, als ich kam und mir nach den Vorhängen die Kabel so gut geschmeckt haben. Und von dem Zeug hat sie ja reichlich. Um mir die Lust aufs Kabelnagen zu nehmen, hat sie den ganzen Kram in eine Holzkiste gepackt und oben auf den Schreibtisch gestellt, wo er sie zwar zumüllt und den Blick in den Garten versperrt, ich aber nicht mehr drankomme. Und, na ja, nachdem ich ein Kabel-Kabel durchprobiert hatte, fand ich schon, dass es Sachen gibt, die besser schmecken. Zum Beispiel Teppiche. Oder Klorollenrohre. Oder Servietten. Oder Steine. Oder Fußabstreifer, die zudem noch den Vorteil haben, dass man die kleinen, netten, knallroten Flusen kreuz und quer im ganzen Haus verteilen kann. Aber Kabel? Nein, das ist langweilig. Nur was für Babies.

Nachdem wir heute spazieren und wählen waren (sie hat seit ich hier bin was dazugelernt und mir als Mann im Haus wohlweislich die Erststimme überlassen!) meinte die Lange, die Kabel könnten allmählich mal wieder vom Schreibtisch und der gehöre ja sowieso aufgeräumt.

So haben wir Kabel sortiert. Das war ein Spaß! Ich hab' ihr ziehen geholfen und sortieren, hier mitgezupft und da und wenn's zu ordentlich wurde, bin ich mal kurz draufgesprungen. Erst auf die Kabel, dann auf die Lange. Hab' sie geküsst und geherzt und gezupft und gerupft. Angespornt von so viel Liebkosung ging es dann ganz schnell, dass alle Verteiler in einem Karton verschwunden sind, die USB-Anschlüsse im Hub. Anstatt 1000 lose rumhängenden Kabel gibt es jetzt nur noch 2 Kabeltunnel, in denen alles verschwunden ist und die sind zu dick für einen kleinen, braven Hund wie mich. So bringe ich also allmählich Ordnung in die Bude.

Das war aber erst der Anfang von unserer Aufräumerei. Als nächstes mussten wir die Schrauben von einem selbst zusammengebauten Tritt nachziehen und mit Nüppsies unsichtbar machen. Auch das haben wir gemeinsam erledigt. So ein Job ist schließlich Männersache. Erst hab' ich ihr die Schraubenlöcher gezeigt, damit sie weiß, wo sie ranmusste. Die Holznüppsies waren in einem kleinen Plastiktütchen. Also habe ich mir das geschnappt und bin damit ab durch die Mitte. Was zur Folge hatte, dass die Nüppsies gut verteilt waren und nun eines fehlt. Dafür ist ein Loch im Tritt. Das soll auch so bleiben. Denn irgendwann find' ich den Nüppsie wieder. Bestimmt. Und dann lass' ich ihn mir schmecken. Wenn sie nicht hinguckt. Wau.

Ich finde übrigens, dass auch Abstauben Männersache ist. Und so versuche ich - notfalls im Sprung aus dem Stand, was ich gut beherrsche - das Staubtuch in meinen Besitz zu bekommen. Das Ding rumzuwedeln und im Garten auszuschütteln kann ich schließlich mindestens fast genauso gut wie die Lange. Ich hab' um den Job gekämpft. Aber sie wollte ihn mir nicht überlassen. Selbst schuld, Madame. Dann mach' halt Deinen Kram alleine. Ich hab' Dir die Arbeitsteilung angeboten. Und wie!

3
Sep
2005

ich lerne gerne

Was war das heute aufregend! Zum erstenmal durfte ich mit in die Hundeschule. Wir hatten knackblauen Himmel, strahlenden Sonnenschein und los ging's.

Die Hundeschule ist auf einem Acker gebaut. Umringt mit hohem Gitter. Es gibt dort viel, viel Wiese, eine gemütlliche, schattenspendende Hundehütte, einen Zwinger für die Querulanten und ein paar Stühle für erschöpfte Lange. Und natürlich viele, viele Hunde.

Zwei davon kannte ich ja schon, meine Bluna und die Bommel. Meine Mädels. Aber da waren noch viel mehr, vor allem Jungs. Noch ein Einstein mit 60 Kilo mehr als ich, der Felix, der Ben und der Georgio - es waren so viele, dass ich mir garnicht alle Namen merken konnte. Als wir ankamen, da hieß es gleich: Leinen los! Und wir konnten wuseln und quuseln und hömpeln und dömpeln und moppeln und droppeln wie wir gerade lustig waren. Und das war lustig! Drauf und dran, drunter und drüber, knützeln und pümpeln - es war einfach alles drin! Vor lauter lauter wäre ich fast ausgebüxt, da haben die aber das Tor zugemacht und weiter ging der Spaß.

Und dann begann der Ernst des Lebens. Frank, unser Hundepapst, hat den Zweibeinern allerlei Mystisches erzählt, das Tor ging wieder auf und wir haben alle zusammen einen Ausflug gemacht.

Am Anfang war das ein mörderisches Gezoppel. Immer, wenn ich mal so richtig loslaufen wollte, hat mich die Lange mit der Leine zurückgezupft. Mir hat schon der Hals und der Langen der Arm weh getan von dem ganzen Getue. Dann kam der Papst. Und hat mein Temperament mit einem männlichen Ruck dermaßen gezügelt, dass ich fortan lieber brav bei Fuß-Fuß-Fuß-Fuß-Fuß-Fuß-Fuß ... geblieben bin, als mir so ein Gedengels nochmal anzutun.

Das war schon ganz schön anstrengend, die Straße rauf und wieder runter neben der Langen zu laufen, ohne mit Bluna oder Bommel oder all den anderen zu spielen, sondern nur nebenher zu laufen - und das bei der Hitze. Aber ich hab's geschafft und bin dafür ganz doll gelobt worden. Leckerlis hat's auch gegeben. Die waren doppelt so gut wie bisher.

Na und dann wäre da noch die Sache mit Hanna. Hanna ist das Menschenschwesterlein von Einstein dem Großen. Dem mit den 70 Kilo. Der ist sowas wie die XXXXXXL-Version von mir. Wir sind beide gemütlich und knutschig, beide schwarz-weiß, nur kann man mich - wenn ich's will - in eine Tasche packen, während Einstein der Große eher einen Lastwagen braucht. Und die Hanna mag Einstein den Großen ja supergern, aber der schubst sie ja mit einem Nasenstüber kopfüber, während sie mich mit ihrer vorhandenen Kraft immer noch ganz gut im Griff behält. Das findet sie wohl klasse und hat sich ganz in mich verknuddelt. Die ist so süß zu mir und führt mich so lieb an der Leine, dass ich gerne neben ihr hertrapse. Ich glaube, die Hanna wird eine Freundin von mir.

So also war dieser Tag heute. Anstrengend und süß, erfahrungsreich und liebevoll. Und als wir wieder zu Hause waren, kam auch noch meine Jytte vorbei und als sie und die Lange meinten, mit mir auch noch Tennis spielen zu müssen, da hab' ich gedacht, jetzt lasst mich endlich mal in Ruhe. Jetzt ist's genug.

Müde Grüße, Euer Einstein
(nach Dikat unters Sofa verreist)
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